älter werden mit Laune
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Nur gemeinsam können wir leben
Verleihung des Willi Abts Förderpreises durch die Albert und Loni Simon Stiftung

Die Albert und Loni Simon Stiftung wurde 1989 aus dem Nachlass von Albert (1883-1969) und Loni Simon (1898-1989) gegründet, um älteren Mainzerinnen und Mainzern ein möglichst unabhängiges Leben im Alter zu ermöglichen. Das Ehepaar aus Mainz baute mit der Großparfümerie Simon in der Bahnhofstraße 2 A ein weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekanntes und florierendes Unternehmen auf. über viele Jahrzehnte betrieben sie dieses mit viel Fleiß und Strebsamkeit. Albert und Loni Simon waren sich bewusst, dass sie einen beträchtlichen Teil ihres Vermögens der Mainzer Kundschaft verdankten. Deshalb sollten auch Mainzer in den Genuss des Vermögens kommen.

Die Stiftung verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Sie unterstützt die Idee einer selbstbestimmten Lebensführung im Alter, insbesondere auch durch die Förderung der mobilen Dienste zur Versorgung bedürftiger Senioren in Mainz. Zudem werden wissenschaftliche Arbeiten, die sich innovativ mit der Situation älterer Menschen befassen, und deren Veröffentlichung durch die Stiftung gefördert. Die Albert und Loni Simon Stiftung verleiht 2011 zum sechsten Male zu Ehren ihres verstorbenen Vorsitzenden und früheren Sozialdezernenten der Stadt Mainz den Willi Abts Preis. Mit ihm werden wissenschaftliche Arbeiten prämiert, die sich mit der Förderung eines selbstbestimmten Lebens noch in ihrem häuslichen Umfeld wohnender älterer Menschen befassen. Ausgezeichnet werden Arbeiten, die innovative und anwendungsorientierte Vorschläge auf methodischer Grundlage entwickeln. Sie werden von einem hochkarätig besetzten Kuratorium bewertet. Die Verleihung der Förderpreise fand am 15. Mai im Ratssaal des Mainzer Rathauses statt. Erhalten haben den Preis Dr. Christian Mulia von der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz für seine Arbeit mit dem Titel „Perspektiven der kirchlichen Altenbildung. Herausforderung – Chancen – Konsequenzen”, Dr. Michael Doh von der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg für seinen Beitrag „Heterogenität und Veränderung der Mediennutzung im Alter” und Cornelia Hain von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen für die Arbeit „Gesprächsgruppen für Menschen mit Alzheimer Demenz in frühen Anfangsstadien”.

Musikalisch durch Isabelle Müller an der Harfe eingeleitet, begann die festliche Verleihung mit den Grußworten von Michael Ebling, Vorsitzender der Albert und Loni Simon Stiftung: „Die Stiftung soll dort unterstützend wirken, wo andere es vielleicht nicht können. Willi Abts hat damals eine Stiftung mitbegründet, die einen heute sehr modernen Charakter hat. Wir wollen nicht nur konkrete Projekte fördern, sondern auch die Vorstufe dazu, nämlich Ideen, die zu diesen Projekten führen. Alle heute ausgezeichneten Arbeiten leisten dazu ihren Teil.”

Selbstbestimmung als eine der wichtigsten Säulen im Programm der Mainzer Altenpflege müsse stetig gefördert werden, fügte Oberbürgermeister Jens Beutel hinzu. Selbstbestimmung gestalte sich aber nicht von selbst. Damit ältere Menschen selbstbestimmt leben könnten, bedürfe es im Gegenteil vieler Helfer. „Heute sehen wir drei junge Menschen vor uns, die sich mit dem Leben Älterer beschäftigen. Das halte ich für zukunftsweisend”, so Jens Beutel. Was der OB in seiner Begrüßung bereits andeutete, führte Dr. Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau, in seiner Festrede aus: „Nur gemeinsam können wir leben! Dieser Punkt muss uns bewusst sein. Auch wenn wir heute über die Verleihung von Förderpreisen sprechen, geht es nicht vorrangig um Finanzen und Finanzierungen, sondern um Zuwendung. Diesen Spagat zwischen Geld und menschlichen Werten muss man schaffen und jeder, der diese Turnübung schon einmal mitgemacht hat, weiß, dass sie sehr schmerzhaft sein kann. Die Albert und Loni Simon Stiftung schafft diesen Spagat, indem sie mit Geld das fördert, was unseren bedürftigen Mitmenschen in Zukunft zu mehr Zuwendung und Autonomie verhilft. Nicht Finanzen, sondern Werte werden hier aufgepolstert.” Voll des Lobes war auch das Kuratorium. Prof. Dr. Ingwer Ebsen, Prof. Dr. Franz Hamburger und Prof. Dr. Herwig Stopfkuchen stellten die Arbeiten der Preisträger vor und begründeten die Auszeichnung.

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